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Latex testen [KW26]

Um den Styroporkugeln eine gummiartige Optik und Haptik zu geben, habe ich mich nach langen Überlegungen dazu entschieden die Kugeln mit Latexmilch zu überziehen. Da sich Latex nicht überstreichen lässt, muss die Farbe der Kugeln entweder unter der Latexschicht oder in die Latexschicht eingearbeitet werden. Flüssiglatex kann man bereits vorgefärbt kaufen, ich habe mich allerdings für farbloses Latex entschieden, welches ich mit Farbpigmenten selber einfärben werde.

Im Endeffekt habe ich so zwar etwas mehr Geld ausgegeben als wenn ich einfach nur pro Farbe je 1 Liter gefärbtes Latex gekauft hätte (3*13,90 € + 3,90 Versand) aber ich bin so auch wesentlich flexibler und kann im Ernstfall noch etwas nachmischen. Ich bin mir nämlich nicht sicher ob 1 Liter Latex pro Kugel tatsächlich reichen würden. Außerdem lassen sich die Pigmente sogar untereinander mischen, sodass ich bei Bedarf auch noch grün mischen könnte.

Insgesamt habe ich 5 Liter Flüssiglatex für 44,50€ sowie 3 Farbkonzentrate für 3,95€ pro 30ml Fläschchen gekauft. Außerdem habe ich noch eine 100ml Flasche für 4,95€ dazu bestellt, um das Latex und die Pigmente auf ihre Tauglichkeit zu prüfen, ohne den 5 Liter Kanister anbrechen zu müssen. Dazu kamen insgesamt 10,30 € Versandkosten.

Transparentes Latex mit Pigmenten färben

Ich habe bisher nur die blauen Pigmente getestet, da ich davon ausgehe, dass bei der dunkelsten Farbe am ehesten Probleme beim Anmischen eines intensiven Farbtones aufgetaucht wären. Da das Blau gut funktioniert hat, gehe ich davon aus dass Rot und Gelb auch keine Probleme machen werden.

Ich bin wirklich positiv überrascht davon, wie gut das Färben des Latex funktioniert hat. Ich hatte befürchtet, dass das Anmischen eine totale Sauerei wird und zudem möglicherweise nichtmals zum gewünschten Farbergebnis führt. Aber das Anmischen ist sehr einfach und das Latex wird mit einer minimalen Menge Farbpigmenten sofort deckend und sehr kräftig

Angabe des Herstellers: 30ml Pigmente sollen für mindestens 3 Liter Latex ausreichen.
Fazit: Ich habe zwar nicht abgemessen wie viel ich genutzt habe, aber ich denke die Angabe stimmt so.

Farbpigmente zu Latex – Mischungsverhältnis

Latex auf unterschiedlichen Styropor-Oberflächen

Nachdem das Färben geklappt hat, ging es darum, das Latex auf verschiedenen Untergründen auszuprobieren um eine möglichst glatte Oberfläche zu erzeugen.

Latex + Dichtsilikon + Styropor

Um die Styropormaserung zu ebnen habe ich mich in einem früheren Beitrag ja mental schon für Acryl entschieden. Allerdings hatte ich noch eine angebrochenen Kartusche Silikon übrig. Daher wollte ich auch die Kombination von Silikon + Styropor + Latex einfach mal austesten auch wenn ich von Vorneherein keine allzu großen Hoffnungen in Silikon gesetzt habe. Ggf. würde sich Dichtsilikon nämlich anbieten um die Hohlräume der Standfüße zu verjüngen, daher dachte ich, es sei eine gute Idee einfach mal ein Gefühl für dieses Material zu bekommen…

Prozess: Naja, ich habe auf jeden Fall gelernt, dass ich halt doch einfach auf die Ratschläge meiner renovierungserfahrenen Mutter hören sollte, die mir unter allen Umständen von Silikon abgeraten hat, weil es sich im Gegensatz zu Acryl nicht sehr angenehm verarbeiten lässt. … Was soll ich sagen – sie hatte recht.

Ich habe diese Woche jedenfalls gelernt, dass Silikon extrem nach Essig riecht, man es auf gar keinen Fall ohne Handschuhe verarbeiten sollte und anschließend (falls man es doch an den Händen hat) auf gar keinen Fall versuchen sollte, sich mit Wasser und Seife die Hände zu waschen. Denn damit verteilt man diese ekelige, stinkende, klebrige Masse einfach nur über die gesamten Hände. Nichtmals mit Handwaschpaste ging das Silikon vernünftig ab… Schließlich ließ es sich in angetrocknetem Zustand mit einem trockenen Tuch halbwegs gut von den Händen rubbeln…

Ergebnis: Das Ebnen der Styropormaserung klappt nur so lala, ich würde sogar sagen weniger gut als mit der Spachtelmasse (und vermutlich auch mit dem Acryl), da es sich so extrem schlecht verteilen lässt.

K.O. Kriterium: Das Latex hält sehr schlecht auf dem Silikon. Das habe ich schon beim Auftragen des Latex gemerkt. Das Latex hat sich nach dem Auftragen sofort zusammengezogen und „leere Flächen“ gebildet. Selbst wenn man diese Flächen immer wieder nachfüllt, lässt sich das Latex im getrockneten Zustand extrem einfach vom Silikon abrubbeln.

Silikon-Fazit: Would not recommend.

Bewertung: 0.5 von 5.

(Gab leider keine null Sterne.)

Latex + unbehandeltes Styropor

Wenn das Latex einfach nur auf das Styropor aufgetragen wird, kommt wie zu erwarten die Styropor-Maserung durch. Ob das Auftragen weiterer Latexschichten zu einem gleichmäßigeren Ergebnis führt wage ich zu bezweifeln. Aber generell wäre vorher einmal zu klären, ob eine Latexschicht auf einer anderen hält?

Das linke Bild zeigt die Maserung, die durch das Latex durchscheint am besten. Auf dem rechten Bild wird der Farbunterschied des Latex zum Schrumpfschlauch deutlich.

Latex + geschliffenes Styropor

Visuell ist das Ergebnis ganz ok. Ähnlich wie beim Lackspray kommt auch hier die raue Oberfläche durch) allerdings ist auch hier das K.O. Kriterium die Haptik. Es fühl sich nicht nach einer glatten Gummi Oberfläche an und krümelt sogar trotz des Latex.

Auf dieser Kugel habe ich sowohl transparentes als auch gefärbtes Latex ausprobiert. Das Fazit ist: Mit transparentem Latex würde sich prinzipiell auch eine bereits lackierte Oberfläche einfach überpinseln lassen und die Farbe würde tatsächlich ziemlich genau so aussehen wie vor der Latexschicht.

Das obere Stück ist mit transparenten Latex bestrichen, das kleine hellere Stück weiter unten mit blau gefärbten Latex. Außerdem zu sehen: Die Verletzung rechts entsteht, wenn zwei mit Latex beschichtete Objekte sich berühren … Babypuder löst dieses Problem 😉

Latex + Reparaturspachtel + Styropor

Definitiv das beste Ergebnis. Wird so umgesetzt nur mit Acryl statt Reparaturspachtel.

Auf diesem Bild ist ein weiteres potenzielles Problem zu sehen: Das Einstechen mit dem Fingernagel hinterlässt bleibende Spuren in der Latexschicht, die sogar bis ins Styropor reinreichen. Ich hoffe, dass dich das Problem zumindest etwas abmildern lässt, wenn die Acrylschicht unter dem Latex etwas dicker ist und so wenigstens das Styropor schützt.

Note to self:

Babypuder kaufen

TODO – Besorgung

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