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Rohre: Sägen und Biegen + Standfüße [KW27]

Maße überprüfen und sägen

Das Sägen mit Handsäge und Gehrungslade hat erstaunlich gut geklappt. Ohne die Führung der Gehrungslade wären die Rohr-Enden sehr ungleichmäßig geworden.

Auch wenn ich mir eigentlich diese Woche vorgenommen hatte das 50m Aluverbundrohr direkt in die für die Bahnen benötigten Einzelteile zu zerschneiden, habe ich mich erst ans Sägen getraut, nachdem ich die Maße noch einmal überprüft habe. Außerdem habe ich auf jede Bahn nochmal 40-50cm draufgerechnet um im Ernstfall noch ein wenig Spiel zu haben. Denn wenn ich eins gelernt habe dann: Was ab ist, ist ab aber kürzer geht immer. 🤓

Rot (Bangladesch – Einkommens-Ungleichheit): 5,2m (+50cm)
Blau (Deutschland – Einkommens-Ungleichheit): 4,7m (+50cm)
Gelb (Welt – Einkommensindex): 6,6m (+40cm)

Längen der einzelnen Rohre (+ Zugabe)

Biegepunkte einzeichnen und Rohre biegen

Gelbes Rohr

Ausmessen der vorher berechneten Abschnitte mit einem Maßband.

Angefangen habe ich mit dem gelben Rohr, da es die einfachste Form haben wird. Das „gelbe“ Diagramm beschreibt lediglich eine steigende Gerade, sodass nur zwei Kurven in das Rohr gebogen werden müssen. Das hat allerdings dazu geführt, dass die 40cm Zugabe maßlos übertrieben waren und das Rohr extrem unhandlich gemacht haben. Ich habe das Rohr also kurzerhand wieder auf Urspungslänge gekürzt (Nachtrag: Doofe Idee… nach ein paar Aufbau-Varianten hätte ich mir ein wenig mehr Spiel gewünscht, da das gelbe Rohr nun etwas tiefer hängt, als eigentlich geplant …).

Rohre biegen mit Händen und Füßen 🙂

Rotes & Blaues Rohr

Beim roten und blauen Rohr haben sich die 50cm Zugabe sehr bezahlt gemacht. Dadurch, dass die Rohre sich nicht wirklich zu spitzwinkligen Kurven biegen lassen, musste ich die Bahnen etwas freier gestalten und konnte mich nicht zu 100% an die Diagramm-Vorlagen halten. Die 50cm Zugabe hat es mir aber sehr einfach gemacht immer mal ein paar Zentimeter pro Kurve dazu zu dichten. Trotz dieser künstlerischen Freiheit, ähneln die Bahnen dennoch sehr stark den Diagrammen, was mich äußerst positiv überrascht hat.

Allgemeines Fazit zu den Aluverbundrohren

Biegsamkeit

Die Rohre lassen sich wirklich gut biegen. Ich habe anfangs befürchtet, dass sich die Rohre „zu gut“ biegen lassen werden und ich sie nicht perfekt gerade bekomme. Aber mit etwas Feingefühl lassen sich kleinere Schönheitsfehler gut ausmerzen.

Stumpfe Winkel

Was jetzt erst so richtig deutlich wurde und sich im Drahtmodell nicht simulieren lassen hat, waren die eben schon angesprochenen stumpfen Winkel. An sich stellt das gar kein allzu großes Problem dar, da sich die typischen runden Formen der originalen Motorikschleife so schon aus dem Verarbeiten des Materials selbst ergeben. Somit wirkt die endgültige Installation im Gegensatz zum vorherigen Drahtmodell wesentlich spielzeugartiger.

Andererseits hatte ich die spitzen Winkel an den Anfang- und Endpunkten der Bahnen als unsichtbare Begrenzungen für die Kugeln geplant. Die spitzen Winkel hätte die Kugeln ganz natürlich gestoppt ohne, dass ich eine Verdickung an den Stellen hätte anbringen müssen. Ich bin mir aber auch noch nicht sicher, ob ich die Kugeln bis auf den Standfuß fallen lassen möchte oder nicht. Einerseits hätte ich so wesentlich mehr Tiefe beim Tracking auf der Z-Achse. Andererseits könnte der freie Fall wirklich problematisch für die Styroporkugeln werden. Der Aufprall könnte
a) die Naht der zwei Halbschalen zum bersten bringen
b) der Styroporoberfläche Dellen zufügen oder
c) einfach nur unschöne Katschen in der Latexschicht hinterlassen.

Eventuell muss ich an den Start- und Endpunkten der Diagrammverläufe jeweils einen „Stopper“ einbauen. Das ließe sich durch die Schrumpfschläuche vermutlich auch ganz gut realisieren, da ich die verdickte Stelle einfach mit dem Schlauch kaschieren könnte und der Stopper so kaum auffallen würde.

Stabilitätstest mit Pappmaché-Prototypen

Die gebogenen Bahnen aufgestellt mit den Standfüßen. Das gelbe Rohr ist bereits testweise mit dem (noch ungeschrumpften) Schrumpfschlauch überzogen. Über den anderen Rohren hängen die zugeschnittenen Schlauchstücke. (Mehr zum Schrumpfschlauch im nächsten Blogbeitrag)

Die Stabilität der Konstruktion ist erstaunlich gut. Ich habe einfach immer gehofft, dass die Rohre sich auch in der endgültigen Dimension nicht von selbst verbiegen werden. Aber sicher war ich mir da nie. Nun muss ich sagen: die Stabilität ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Nicht bombenfest aber dennoch stabil genug zum „spielen“. Mit der nächst größeren Variante der Aluverbundrohre (26mm statt der gewählten 20mm Durchmesser) wäre die Konstruktion noch stabiler gewesen, was natürlich schöner wäre. Aber das hätte nicht nur einen höheren Preis für das 50m Rohr bedeutet sondern auch, dass ich die Schrumpfschläuche eine Nummer größer hätte besorgen müssen. Und das hätte den finanziellen Rahmen definitiv gesprengt.

Fazit: Wenn man sich drauflehnt oder die Rohre gewaltsam zu verbiegen versucht, schafft man das natürlich auch. Aber für einen musealen Kontext ist die Stabilität vollkommen ausreichend. (Sofern ich nicht morgen früh aufwache und feststellen muss, dass die Rohre wie ein Hefeteig wieder in sich zusammen gefallen sind…)

(Nachtrag: Es steht alles noch.)

Standfüße

Links: Der Standfuß ohne „Innenleben“, Rechts: Standfuß mit den provisorisch zusammengebauten Stangenaufnahmen.

Die Standfüße ließen sich behelfsmäßig schon sehr gut mit Packpapier und dem 25er Fix-Rohr verjüngen, sodass ich ggf. gar keine kostspielige Lösung finden muss. Ich hatte kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt, die Stangenaufnahme und den umliegenden Leerraum komplett mit Silikon oder Acryl auszugießen. Eventuell reicht die Packpapier-Variante aber auch schon aus, mal sehen. Ich denke wenn die Standfüße die Aluverbundrohre wirklich perfekt aufnehmen könnten, würde das der Stabilität noch einmal sehr zugute kommen. Aber dieser Punkt ist eher etwas für die „Wäre schön aber geht zur Not auch ohne“-Liste.

So sieht das Innenleben der Pavillon Stanfüße bisher aus… ein 25er Stangenrohr-Stück, Packpapier und Gaffatape…

Ein weiterer Punkt auf dieser Liste es, die Aufnahme der Standfüße zu verstecken, sodass man weder das Stangenrohr noch das Packpapier (oder ggf. das Silikon) sieht, wenn man von oben darauf schaut. Eventuell lässt sich das ganz einfach mit einer Scheibe (Holzscheibe + Latex?) lösen.

Dadurch, dass das 25er Fix-Rohr sehr eng um die mit Schrumpfschlauch ummantelten Aluverbundrohre sitzt, erlaubt diese Konstruktionsweise einen sehr leichten Auf- und Abbau: Die Endstücke der Rohr-Bahnen können einfach in die Fix-Rohre innerhalb der Standfüße gesteckt werden. Somit sind die Rohr-Bahnen unabhängig von den Standfüßen transportierbar, aber dennoch ohne größeren Aufwand auch wieder zusammenbaubar. Das begünstigt ebenfalls die Option, den Standfuß-Innenraum mit Silikon auszugießen, da dann nur das Stangenrohr, das zur Aufnahme der Bahnen dient, fest mit dem Fuß verbaut wäre und nicht die ganze Bahn.

Note to self:

TODO: Weiteres 25er Fix Rohr kaufen (für die Tripod-Standfüße + Stücke als Verstärkung für die Löcher der Kugeln)

TODO – Besorgung

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